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Pobeda

"Pobeda" (auf russisch "Sieg") ist eine Siedlung in der Nähe der Stadt Gardabani, etwa 30 Kilometer von Georgiens Hauptstadt Tiflis entfernt.
Anfang der 50er Jahre war dieser Ort zu Sowjetzeiten ein extra errichtetes Militärisches Sperrgebiet, so dass dieser nur mit speziellen Pässen und Sondergenehmigungen betreten werden durfte. In Pobeda gab es zwei wichtige geheime militärische Einrichtungen: eine von ihnen unterstand der Geheimdienstabteilung (GRU) und die zweite dem Staatssicherheitsausschuss (KGB).
Während der kommunistischen Herrschaft lebten etwa 600 Menschen in Pobeda. Diese Leute bestanden zum größten Teil aus russischen Militär- und Geheimdienstbeamten und ihren Familien, sowie aus einfachem Personal welche ebenfalls notwendig waren, um an diesem geheimen Ort zu arbeiteten.
Was diesen geheimen Stützpunkt so besonders machte, waren die Abhöranlagen dessen Antennen über tausende Kilometer hinweg, bis hin nach Washington Lauschangriffe starten konnten. Ebenfalls war dieser, aus dem nichts erschaffene Ort so speziell, weil dieser auf Grund der strengen Geheimhaltung offiziell gar nicht existierte und auch heute immer noch nicht anerkannt wird. Das der Ort mittlerweile bekannt ist, ändert nichts daran, dass die Stadt Gardabani und die Regierung Georgiens sich nicht verantwortlich für Pobeda fühlen. Weswegen der Ort langsam aber sicher immer mehr herunterkommt. Als die Sowjetunion zusammenbrach, verließ das ganze russische Militär und die Geheimdienstmitarbeiter Pobeda. Der Ort sollte dem Erdboden gleich gemacht werden, so als ob dieser nie existiert hätte. Einzig die Abhöranlagen sollten bestehen bleiben, welche heute aber vermutlich nicht mehr in Betrieb sind.

Aufgrund mehrerer Gründe wurde der Abriss des Ortes nachdem ca. 80% der Gebäude zerstört worden waren abgebrochen, so dass Pobeda nun einer Ruinenstadt, mit nur noch wenigen intakten Gebäuden, gleicht. Dadurch das sich auch die Regierung nicht in Verantwortung für den Ort sieht, gibt es keine Instandhaltung der Gebäude und der Straßen, keine Beheizung und Wasserzugang nur einmal die Woche für eine Stunde. Aus diesem Grund ist es nur eine Frage der Zeit bis das kleine Örtchen mit seinen ca. zwanzig übrig gebliebenen Familien zusammenbricht.


Das Dorf, welches aus zweistöckigen Gebäuden besteht, sieht eher aus wie ein Set für einen düsteren Nachkriegsfilm: schäbige Wände, marode Straßen, zusammengebrochene Häuser, zerbrochene Fenster und fehlende Türen. Auch die Natur holt sich mehr und mehr zurück, was ihr gehört.

Das auffälligste Merkmal ist die Armut der Menschen. Kaum ein junger Mensch oder Eltern leben noch hier. Einheimische sagen, dass diejenigen, die die geringste Möglichkeit hatten zu gehen, gegangen waren. Niemand will in Pobeda bleiben.

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In Zusammenarbeit mit dem in Tiflis ansässigen Fotojournalisten Thoma Sukhashvili, haben die beiden Fotografen Max Slobodda und Sebastian Krawiec, Pobeda besucht und wollten heraus finden was vom Ort und dessen Bewohnern übrig geblieben ist. Dabei sind intime Interviews, sowie Aufnahmen der Umgebung und Portraits entstanden um einen Einblick zu schaffen, in eine Welt wo die Bürger eines Staates regelrecht in Vergessenheit geraten sind.