“ROBOWARS”

“Sie tragen Namen wie Disrupter, Kacke Blaster, Brobot, oder auch Blähboy. Die „Heavyweights" unter ihnen bringen bis zu 100 kg auf die Waage, während die Modelle aus der Kategorie „Antweights" mit stolzen 150 g auffahren.

Die Rede ist von den so genannten Battlebots, die am Wochenende bei der ersten Deutschen Meisterschaft der Schaukampfroboter gegeneinander kämpften. Der Austragungsort hätte nicht passender gewählt sein können: Auf der Intermodellbau 2017 trafen sich in der Dortmunder Westfalenhalle 80.000 Bastler und Modellbau-Enthusiasten, die ihre großen und kleinen Werke präsentierten. Eine extra Halle war dabei für die „German Roboteers Association" reserviert: In einer eigens für die Wettkämpfe konstruierten Plexiglas-Holz-Arena traten dort „Roboteers", wie sich die Fahrer und Erbauer der Bots selbst nennen, zum Kampf an. Vor jeder Runde hallte hier der Schlachtruf „Roboteers……are you ready?" durch die Kampfarena.


Über Sieg und Niederlage entscheiden fahrerisches Geschick, die Bauform und Standfestigkeit der Maschinen, sowie die pneumatischen, elektrischen und hydraulischen Waffen, mit denen Gegner unschädlich gemacht werden. Die Waffensysteme der Battlebots haben dabei ganz unterschiedliche Ansätze: Da gibt es die „Flipper", pneumatische Bots, die mit Hilfe von CO2 Tanks andere Bots durch die Gegend schleudern. „Lifter" wiederum sind ähnlich wie „Flipper", nur das sie den Gegner nicht schnell schleudern, sondern langsam anheben, um ihn anschließend aus der Arena zu schieben.

Wieder andere Modelle sind mit einem Hammer ausgestattet, der mit kräftigen Schlägen die Technik des gegnerischen Bots zerstören soll. Und dann gibt es noch die sogenannten „Spinner", die mit einer Schwungscheibe versehen sind, die mit einem rotierenden Zahn eine enorme kinetische Energie aufbauen. So kann dann auch mal ein 13kg schwerer Bot durch die Arena geschleudert werden und im besten Fall, direkt in die Grube – ins Aus – befördert werden. Das ganze Wochenende über herrscht in der Halle eine sehr familiäre Stimmung. Wenn einem Fahrer mal ein Teil für seinen Bot fehlt, der Akku durchgeschmort ist oder sonst einen Rat braucht, findet sich stets die helfende Hand eines anderen Fahrers. Der Bot soll schließlich so schnell wie möglich wieder auf die Räder kommen.

Einige der Tüftler, die sich am Wochenende in Dortmund trafen, basteln zwei 2 Wochen an ihren Maschinen, in anderen Bots stecken bis zu acht Jahre Arbeit. Manchmal dauert es allerdings nur die wenigen Minuten einer Battle-Runde und der Bot ist komplett zerlegt.

Unter den Augen einiger hundert begeisterter Zuschauer wurde dieses Jahr der Bot „Enigma" in der Kategorie Raptorweight (bis 6kg) mit seinem Fahrer Dirk Antwerpen, vom Verein "German Roboteers Association" , deutscher Meister. In der Kategorie Feather Weight (bis 13,6kg) holte sich der 26-Jährige Dennis Martens, mit seiner Maschine "Equinox" den ersten Platz.”